Segelreisen Karibik


Das Reisen auf einem Segelboot gehörte früher zu den wichtigsten Reisearten. Bis ins 19. Jahrhundert nutzte man Boote, die mit Windenergie angetrieben werden, um Handel zu betreiben, Waren und Menschen zu transportieren, Fisch zu fangen und Krieg zu führen. Auch die Entdecker der Neuen Welt legten ihre großen Reisen bekanntlich auf Segelschiffen zurück.

Während das Segeln einst auf einen praktischen Nutzen beschränkt war, segelt man heute eher zum Spaß. Segeln ist eine Sportart, die sich am besten in wärmeren Regionen ausüben lässt – welcher Ort als die Karibik würde sich also besser für ein Segelabenteuer eignen?

Segelreise in der Karibik | Segeltörn Karibik

Die Karibik ist ein kleines Paradies für Segler aus aller Welt.

Was sind Segelreisen?

Segelreisen sind Reisen, bei denen eine ganze bestimmte Sportart im Mittelpunkt steht: das Segeln. Auf Segelreisen werden längere Strecken mit dem Segelboot zurückgelegt, wobei man zwischen herkömmlichen Segelbooten, Segelyachten und Motorseglern, also Booten, die sowohl mit Segeln als auch mit einem zusätzlichen Motor betrieben werden, unterscheidet.

Bei dieser Art des Reisens handelt es sich um einen Aktivurlaub bei man selbst Teil der Mannschaft ist und beim Segeln mit Hand anlegt. Gewisse Grundkenntnisse in dieser Sportart sind zwar nicht zwingend notwendig, aber dennoch von Vorteil. Man unterscheidet zwischen einer Vielzahl von Segelreisen.

Welche Arten von Segelreisen gibt es?

Segelreise ist nicht gleich Segelreise. Wie bei allen anderen Reisearten auch, kann man Segelreisen als Pauschalreise oder Individualreise realisieren. Zunächst einmal muss man entscheiden, ob man selbst als Skipper, Mitsegler oder lediglich als Gast auf einem Segeltörn mitmachen will. Selbstverständlich muss man als Skipper oder Crewmitglied über einen Segelschein verfügen, während man als Gast einfach nur ohne Vorkenntnisse im Segeln mitfährt. Anschließend kommt die Auswahl der jeweiligen Art der Segelreise.

Chartertörn

Bei einem Chartertörn reist man mit einem sogenannten Charterboot. Hier muss man sich zunächst einmal an einen Vercharterer wenden, also ein Unternehmen, das Segelfahrzeuge für Törns verschiedener Art und Dauer vermietet. Man übernimmt dann selbst die Funktion des Skippers und stellt sich seine eigene Crew zusammen. In der Karibik für zwei Wochen ein Segelboot zu chartern kostet durchschnittlich zwischen 1.000 und 5.000 Euro.

Meilentörn

Auf einem Meilentörn legt man größere Strecken mit einem Segelboot zurück. Es gibt Menschen, die von den Kanaren bis in die Karibik mit einem Segelschiff gereist sind. Ein berühmtes Beispiel ist Hermann Dünhölter, der in seinem Buch Atlantiküberquerung und Inselhüpfen in der Karibik über genau dieses Abenteuer berichtet.

Ausbildungstörn

Der Ausbildungstörn ist einzig und allein der Ausbildung von Seglern gewidmet. Auf einem Segeltörn erhält man von ausgebildeten Crewmitgliedern praktische Kenntnisse über das Segeln, muss Prüfungen ablegen und erhält schließlich seinen Segelschein. Dem Ausbildungstörn geht ein theoretischer Teil voraus.

Katamarantörn

Der Katamaran ist eine besondere Form des Segelbootes, welcher aus zwei Rümpfen besteht, die fest durch ein Tragedeck miteinander verbunden sind. Auch Katamarantörns sind für Segelreisen in der Karibik nicht unüblich.

Mitsegeltörn

Wie der Name schon sagt, segelt man bei einem Mitsegeltörn nicht aktiv mit, sondern ist lediglich als Mitfahrer zu Gast. Wer über entsprechende Kenntnisse verfügt, kann gegen Mitarbeit an Bord kostenfrei mitreisen. Dieses Konzept ist auch als „Hand gegen Koje“ unter Seglern bekannt. Ansonsten zahlt man durchschnittlich 900 Euro für einen zweiwöchigen Mitsegeltörn.

Welche Vorteile haben Segelreisen?

Der Vorteil von Segelreisen ist, dass es sich um einen aktiven Urlaub handelt, bei dem man körperlich kontinuierlich gefordert wird, ähnlich wie es bei Wanderreisen der Fall ist. Außerdem lassen sich Segeltörns in der Karibik optimal mit Tauchreisen verbinden.

Neben der sportlichen Betätigung ist auch der Kontakt zu den anderen Mitseglern nicht außer Acht zu lassen. Da man auf Segeltörn meist in Kleingruppen unterwegs ist, ist man nie alleine und hat zahlreiche Kontaktmöglichkeiten. Man kann sich mit Gleichgesinnten austauschen, neue Leute kennenlernen und viel dazu lernen.

Der größte Vorteil von Segelreisen ist wohl die Reisefreiheit. Die Reisenden können, zumindest auf individuellen Segelreisen, entscheiden, wo es hingehen soll, welche Routen ausgewählt werden und wie viele Tage für Aktivitäten oder Übernachtungen an Land eingeräumt werden. Ähnlich wie beim Inselhüpfen steuert man auf Segelreisen zumeist gleich mehrere Inseln an und kann sich auf diese Weise ein Bild von der Vielfalt der Karibik machen.

Ein letzter Vorteil ist der Komfort, den Segelreisen mit sich bringen. Da die Übernachtung und Verpflegung auf dem Boot selbst erfolgen, muss man sich nicht um zusätzliche Hotelbuchungen oder ähnliche Dinge kümmern.

Welche Nachteile haben Segelreisen?

Was für einige Leute von Vorteil ist, kann sich für andere wiederum als großer Nachteil erweisen. Schließlich ist man bei Segeltörns mit den gleichen Leuten für eine bestimmte Zeit auf begrenztem Raum zusammen.

Segeltörns in die Karibik sind nicht zu jeder Jahreszeit durchführbar. So herrscht von Mai bis November in der Karibik Hurrikan-Saison, die starke Unwetter und eine raue See mit sich bringen kann. Lesen Sie hierzu auch unsere gesonderten Artikel Beste Reisezeit Karibik. Außerdem sind das Angebot sowie die Anbieter für Segeltörns in der Karibik im Gegensatz zu Erholungsurlauben an Land begrenzt.

Zuletzt sind für Reisen auf See nicht nur ein Segelschein, sondern auch die entsprechende Bekleidung und Ausrüstung erforderlich. Dass sich Segelreisen nicht für Seekranke oder Sportmuffel eignen, muss an dieser Stelle wohl nicht näher erläutert werden.

Segelreisen in der Karibik

Die Karibik ist ein absolutes Paradies für Segler aus aller Welt. Gründe dafür sind nicht nur die einzigartige Flora und Fauna der Karibik, sondern auch die Wetterbedingungen, die für Segelreisen ideal sind.

In der Karibik herrschen ganzjährige Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad und auch die Wassertemperaturen fallen fast nie unter 25 Grad. So können Segeltörns auch wunderbar mit Bade- und Tauchreisen verbunden werden. Außerhalb der Hurrikansaison ist die See nicht allzu rau, was für ideale Segelbedingungen sorgt. Unterstützt wird dies durch die ständig wehenden Passatwinde, die für schnelle Geschwindigkeiten sorgen und Segeln bei bis zu fünf Windstärken erlauben.

Der Nordostpassat weht aus nord-östlicher Richtung, sodass man bequem auf der Leeseite ankern kann. Da der Passatwind von November bis Februar beständig weht, kann man hier Geschwindigkeiten zwischen 15 und 20 Knoten erreichen.

Segelreisen in der Karibik führen entlang traumhafter Küsten, weißer Sandstrände und den besten Tauchgebieten der Welt. In dem kristallklaren Wasser tummeln sich bunte Fischschwärme und auch Begegnungen mit größeren Meeresbewohnern wie Walen, Haien oder Delphinen sind in der Unterwasserwelt der Karibik keine Seltenheit.

Die beste Reisezeit für Segeltörns in der Karibik ist außerhalb der Hurrikansaison, also von Ende Juni bis Mitte November. Im Dezember und Januar ist es etwas windiger als im März und April – während dieser Reisezeit müssen Sie mit starken Stürmen und Flauten rechnen müssen. Bedenken Sie auch, dass es auch während der Trockenzeit immer wieder zu starken Regengüssen kommen kann. Eine passende Regenkleidung sollte im Reisegepäck nicht fehlen, ebenso wie ein Sonnenschutz. Bedenken Sie ebenfalls, dass der Stauraum an Bord begrenz ist und Sie daher das Reisegepäck auf das Nötigste beschränken sollten.

Routen für Karibik-Segeltörns

Die Karibik befindet sich im westlichen, tropischen Teil des Atlantiks nördlich des Äquators und ist vom Karibischen Meer umgeben. Sie besteht aus einem Inselbogen, der aus den Bahamas sowie den Turks- und Caicos-Inseln, den Großen Antillen und den Kleinen Antillen, die sich in die Inseln über dem Winde und Inseln unter dem Winde aufteilen, besteht. Dort finden sich zahlreiche Routen für Segler aus aller Welt.

Die beliebtesten Regionen zum Segeln in der Karibik sind die Bahamas, die Großen und Kleinen Antillen, die Niederländischen Antillen rum um Aruba, Bonaire, Curaçao sowie Saba, Sint Eustatius und Sint Maarten. Auch die venezolanischen Inseln Dependencias Federales und Nueva Esparta werden im Zuge von Segelreisen gerne angesteuert, ebenso wie die zu Honduras gehörenden Islas de la Bahía mit der Isla Guanaja, Isla Roatán und der Isla de Utila.

In der gesamten Karibik erfolgt die Kennzeichnung von Fahrwassern durch das System B. Das bedeutet für alle von See kommenden Schiffe, dass die Fahrwasser auf der Backbordseite grün gekennzeichnet werden und steuerbords rot ausgezeichnet sind.

Anbieter für Karibik-Segeltörns

Hier sehen Sie eine kleine Auswahl von Anbietern, die sich auf Segelreisen in der Karibik spezialisiert haben:

Bei Segelreisen Karibik finden Sie pauschale Yacht- und Segelreisen, die in Kombination mit einem Hotelaufenthalt angeboten werden. Mögliche Reiserouten sind:

Die Segelreisen sind meist vier- bis siebentägig und kosten zwischen 400 und 2.500 Euro. Im Preis enthalten sind Vollpension, Unterkunft sowie der Transfer vom bzw. zum Flughafen.

Bei Skipperteam können Sie zwei- bis dreiwöchige Segeltörns zwischen 1.000 und 2.600 Euro buchen. Angeboten werden eine Nord- sowie eine Südroute durch die Karibik.

  • Nordroute: Martinique, Antigua, Barbuda, Guadeloupe, Dominica und zurück nach Martinique
  • Südroute: Martinique, St. Lucia, Tobago Cays, St. Vincent und zurück nach St. Lucia und Martinque

Übrigens bietet Condor günstige Direktflüge von Deutschland nach Martinque an, sodass sich dieser Starthafen am besten für eine Segelreise in der Karibik eignet.

 

Weitere Anbieter für Segelreisen in der Karibik sind:

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